Der Sattel

19_SattelSitzbeschwerden sind die häufigsten (und eines der lästigsten) Probleme beim Radfahren! Die Auswahl an Sätteln ist riesig – den Richtigen zu finden ist schwer. Der Grund ist, weil jeder
verschieden empfindlich ist
verschieden am Rad sitzt
verschieden schwer ist
verschieden oft am Rad sitzt

Grundsätzliche Belastung des Sattels durch das Körpergewicht:
beim City Rad 70 %
beim Trekking Rad 50 %
beim Rennrad infolge der stark gebeugten Haltung nur ca. 10 %
Das zeigt deutlich: Je aufrechter man sitzt, desto bequemer soll der Sattel sein.

Die aufrechte Position:
Sehr bequem, Rücken und Nackenmuskulatur werden nicht belastet. 19_Breiter SattelAufrecht sitzen bedeutet, die Sitzhöcker werden stark belastet – wie auf einem Stuhl. Daher sollten die Sättel hinten etwas breiter, eine aufwändige Polsterung und eventuell auch Federn haben! Durch den nach hinten verlagerten Schwerpunkt kommen die Schläge vom Hinterrad stärker auf die Sitzknochen und Bandscheiben durch!

Normalposition:
19-Normaler SattelDie häufigste Position der Radfahrer. Nur noch 50% des Körpergewichts belasten den Sattel, die Gewichtsverteilung ist ausgewogen. Wichtig vor allem beim Kurvenfahren und bei Steigungen! Ein guter Kompromiss beim Sitzen und für den Luftwiderstand! In diesem Segment gibt es die größte Auswahl an Sätteln.
Hochwertige Sättel haben 3 Lagen:
Eine obere für den Sitzkomfort mit einem speziellen Gel, das den Druck auf die Sitzknochen großflächig verteilt. Darunter noch zwei progressiv wirkende Schaumstoffschichten (immer härter werdend), damit man nicht bis zur Sattelschale durchkommt!

Rennradposition:
Hochsportlich – dadurch:
hohe Belastung der Arm- und Nackenmuskulatur
extrem wenig Luftwiderstand
gute Kraftübertragung
gute Steigfähigkeit! 19_Lochsattel
Hier werden die Schambeinknochen und der Dammbereich stärker belastet! Abhilfe schafft ein Sattel mit einer Mittelrille oder einer Ausnehmung! Das verbessert die Durchblutung im Dammbereich.

Natürlich gibt es für Damen spezielle Sättel – etwas kürzer und hinten breiter!

Für Alle gilt: Bei eingeschlafenen Genitalien kurze Zeit aus dem Sattel gehen, im Wiegetritt fahren – das lockert Schulter und Nackenmuskeln, die Genitalien werden wieder durchblutet! Oder ein Stück zu Fuß gehen!

Sitzbeschwerden sind unter Umständen auch die Folge einer falschen Sitzposition! Bei einem, der Größe angepassten Rahmen gibt es unzählige Einstellmöglichkeiten, die meist keine zusätzlichen Kosten verursachen! Wenn man mit der Einstellung nicht selbst zurechtkommt, wendet man sich am besten an den Fachhandel – MIT dem Fahrrad!

Nicht zu vergessen! Eine gute Radhose und/oder eventuell eine gute Sitzcreme die die Haut geschmeidig hält, kühlt und das Aufreiben verhindert!
Falls man mit dem Sattel nicht zurecht kommt, den  Verkäufer bitten, ob es möglich ist, ihn umzutauschen – wobei man eine mindestens 1-stündige Probefahrt (bei trockener Witterung) durchführen sollte!

Grundregel:
zu weich = Genitalien schlafen ein
zu hart = Sitzhöcker schmerzen
zu breit = Oberschenkel reiben sich auf
Daumenprobe: Bei kräftigem, andauernden Druck darf man den Daumen nicht bis zur Satteldecke durchdrücken können!

Gute Fahrt wünscht die Radagenda 22

ein Beitrag von herbert

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